Einsatz von Augmented Reality in der Schweißtechnik

Autoren Mario Winterer
Editoren
Titel Einsatz von Augmented Reality in der Schweißtechnik
Typ Master-Arbeit
Organisation Software Competence Center Hagenberg GmbH
Abteilung Human-Centered Computing
Universität FH Hagenberg
Monat November
Jahr 2016
SCCH ID# 16107
Abstract

In den mehr als fünfzehn Jahren meiner Berufung als Software-Ingenieur durfte ich die Entwicklung zahlreicher grafischer Benutzungsschnittstellen (GUIs) maßgeblich beeinflussen. Die Liste der Zielgruppen ist lang und erstreckt sich von Personen aus der Baubranche über Maschinenbediener, Bankangestellte bis hin zu Radiomoderatoren. Trotz all dieser Vielfalt handelte es sich dabei jedoch immer um klassische GUIs: kleine rechtwinkelige grafische Bedienelemente in rechtwinkeligen Fenstern, begrenzt durch die vier rechtwinkeligen Seiten des Monitors, bedienbar mit Maus und einer Tastatur, deren Grundtastenbelegung fast 150 Jahre alt ist. Auch der Einzug von Touch-Bildschirmen änderte daran nicht viel: Die Maus wurde durch den Finger ersetzt, die Tastatur wurde virtuell, aber die grundlegenden Konzepte blieben dieselben1. „WIMP“ – Windows, Icons, Menus, Pointer – nennt sich dieses bekannte Terrain, das seit 1980 existiert und seither die GUI-Entwicklung geprägt hat. Daran ist nichts auszusetzen: Die Konzepte sind bewährt und vor allem – was am wichtigsten ist – soweit etabliert, dass jeder Nutzer, egal ob IT-Experte oder nicht, in der Lage ist, seine Apps zu bedienen.

Aber Human-Centered Computing hat es sich zum Ziel gemacht, für jeden Menschen in jeder denkbaren Situation die passende IT-basierte Lösung zu finden – auch jenseits vom klassischen Bildschirmarbeitsplatz. Das kann jedoch nur dann funktionieren, wenn die gewohnten Pfade verlassen und neue multimediale Interaktionsmöglichkeiten abseits von Bildschirm und Tastatur erkundet werden. Augmented Reality ist eines dieser neuen, alten Möglichkeiten. In den 90er Jahren kurz aufgeflammt, danach wieder erloschen, erlebt es derzeit aufgrund fortschrittlicher Miniaturisierung und Sensorik einen zweiten Frühling.

Die Möglichkeit, im Rahmen dieser Masterarbeit Augmented Reality einzusetzen, um im industriellen Bereich neue Lösungen zu finden, war für mich die ideale Chance, um mit alten Gewohnheiten zu brechen und eine neue Technologie auszuprobieren, der eine große Zukunft prognostiziert wird.